STOPP DEM BAU DER STAUDÄMME IM MUNZUR-TAL !

Der Munzur Nationalpark unter Gesetzesschutz

Am 21. Dezember 1971 wurde nach Gesetzesnummer 6831 und am 09. August 1983 nach Gesetzesnummer 2873 des Nationalpark-Gesetzes (MPK) eine Naturlandschaft mit einer Gesamtfläche von 42.000 Hektar zum „Munzur Nationalpark“ erklärt. Diese unter Naturschutz geführte Landschaft beginnt kurz vor der Stadt Dersim (Tunceli) und erstreckt sich -entlang des Munzur Flusses- mit über 144 Kilometern in Richtung Pulur (Ovacιk).

Warum 8 Staudämme

Trotz den Protesten zahlreicher Zivilorganisationen im In- und Ausland, trotz wissenschaftlicher Belege bekannter internationaler Naturwissenschaftler plant die Türkische Regierung, in dieser einzigartigen und vom Menschen größtenteils noch unbefleckten Naturregion insgesamt 8 Staudämme und Wasserkraftwerke (HES) zu errichten:

Uzunçayιr-Mercan Staudamm (von Mazgirt bis Pulur (Ovacιk)), Konaktepe Staudamm (in der Nähe von Torunoba), Akyayιk Staudamm (am Berg Mercan), Kaletepe Staudamm (bei Dersim (Tunceli) am Fluss Munzur), Bozkaya Staudamm (am Munzur--Fluss, nahe des Stadtzentrums von Dersim (Tunceli)), Karakoç Staudamm (im Pülümür-Tal) und zwei zusätzliche Wasserkraftwerke (15 km Transport von Wasser zwischen dem Konaktepe Staudamm und Halvori mittels Tunnelleitungen).. Von diesen acht Staudämmen sind mittlerweile drei Staudämme (zuletzt der Uzunçayιr-Mercan Staudamm im August 2009) schon fertig errichtet worden und die Wassermassen haben bereits die Natur großflächig überschwemmt. Beispielsweise wird der Konaktepe Staudamm eine 26 km lange Fläche überfluten, angefangen vom unteren Ende von Torunoba bis zum Zentrum von Pulur (Ovacιk) und wird einen 110 m tiefen See bilden. Da nach diesem Stausee, das Wasser vom Munzur bis nach Halvori über 15 km lange Tunnelleitungen transportiert wird, wird auf dieser Distanz im Flussbett von Munzur fast kein Wasser mehr fließen. Nach Schätzungen werden der Konaktepe Staudamm und die Wasserkraftwerke eine Elektrizitätsproduktionskapazität besitzen, die etwa 15% des Keban Staudammes entspricht

Irreparable Zerstörung einer exotischen einzigartigen Planzenwelt

Das Munzur-Tal schützt etwa 1.518 exotische Pflanzenarten von denen 277 Pflanzenarten landesweit und über 43 Pflanzenarten weltweit einzigartig, daher noch unbekannt bzw. noch nicht einmal namentlich benannt sind.

Mit der Errichtung der Staudämme und den Überschwämmungen des Munzur-Tales würde ein Naturwunder, eine unvergleichbar schöne und ökologisch harmonische Naturlandschaft unter den Wassermassen für immer verschwinden.

Tod und Massenflucht zahlreicher Tiere

Als weitere Folge der Überschwemmungen werden die Tiere und Kleintiere (wie zahlreiche giftige und ungiftige Schlangenarten, Füchse, Rehe, teils bekannte und teils noch unbekannte Vogelarten, Wölfe, Hasen, weltweit einzigartige querhörnige Bergziegen, Bären, wild lebende Rebhühner, Luchse, Waschbären, Wildkaninchen, Eichhörnchen, Marder, Wachteln), die nicht den Wassermassen zum Opfer fallen bzw. nicht ertrinken, aus dem Munzur-Tal in die näheren Landschaften und Dörfer flüchten, womit die Dörfer vor allem mit Schlangen und anderen gefährlichen Tierarten bedroht werden und das Naturgleichgewicht irreparabel zerstört wird.

Da die Wassermassen ansteigen werden, der Winter aufgrund der rasant veränderten Klimabedingungen keine Schneemassen mehr bewirken wird, damit der Munzur-Fluss in großen Teilen des Gebietes austrocknen wird, wird auch die weltweit einzigartige rot gepunktete Riesenforelle Ihre Lebensgrundlage für immer verlieren.

Eine dritte Welle der Zwangsdeportation

Als dritte Folge wird es eine erneute Zwangsumsiedlungen (nach dem Dersim-Massaker und der Zwangsdeportation von 1937-1938 sowie den Dorfzerstörungen und Zwangsumsiedlungen in den Jahren 1992, 1993 und 1994) geben, womit erneut Tausende von Menschen ihre Häuser, ihre Felder und damit ihre Lebengrundlage verlieren werden.

Wer sind die Verantwortlichen

Am Bau dieser Staudämme (ein Projekt, auf dessen Realisierung mit 300 Mio. Dollar angesetzt wurde) beteiligen sich neben den zwei türkischen Firmen Ata Inşaat Sanayi A. Sü. und Soyak Uluslararasι Inşaat ve Yatιrιm A. Sü. auch die ausländischen Firmen Stone Webster (USA), Va Tech Elin (Österreich) und Strabag AG (Österreich).

Was tun?

Wir appellieren an alle Umweltschützer, an alle Natur-, Tier- und Pflanzenliebhaber, an Tourismusunternehmen, Jagdvereine, Ski- und Bergsportler, an Nichtregierungsorganisationen, an Fotografen, an die Medien und an alle anderen internationalen Institutionen, in den Medien, im Alltag und im eigenen sozialen Umfeld offen Stellung gegen diese irreparable Zerstörung des Munzur-Tales zu beziehen.

HELFEN SIE UNS, …DAMIT MUNZUR ÜBERLEBEN KANN !!

OVACIK Solidaritätsverein e.V.

   
© OVAMADOKUNMA